Chronik der Harmonikafreunde Feuerbach e.V.

1937-1946

„Zur Pflege der Handharmonikamusik und zur Förderung der Volksmusik, unter Zulassung
aller Handharmonikas, gleich welcher Marke oder Bauart" wurde am 1. Oktober 1937 die
“Handharmonikafreunde Feuerbach" gegründet.

Gründungsmitglieder und gleichzeitig erster Vorstand waren:

Vorstand

Karl Allinger

Dirigent

Josef Allinger

Kassier

Wilhelm Limbach

Schriftführer

Kurt Keller

Zu den weiteren Gründungsmitgliedern gehörten: Walter Allinger, Otto Neukamm jr., Paul Kaufmann, Erwin Maurer, Marianne Maulbetsch, Franz Hochdorfer, Richard Wurst, Georg Kaufmann und Hilde Weckerle Schon am 9.1.1938 fand der erste Auftritt bei einem Eltern- und Familienabend in den ,,3 Mohren", dem ersten Vereinslokal, statt. Bald schon fanden weitere Freunde der Harmonika zu dem Verein und rechtfertigten damit den von den Gründern eingeschlagenen Weg.

Dass der Verein auch schon in der Öffentlichkeit Beachtung und Anerkennung fand, zeigte das erste Auftreten vor der Bevölkerung am 11.12.1938 bei der Weihnachtsfeier im damaligen „Stahlschen Saal".

Anfang 1940 konnte das Gasthaus „Zum Kreuz" als Vereinslokal gewonnen werden. Die erfreuliche Entwicklung wurde leider

 

Gründungsfoto 1938












 


                                              Gründungsfoto 1938 


durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Durch Einberufungen, Kinderlandverschickung bzw. Evakuierungen wurde das Vereinsleben immer mehr eingeschränkt. Musiziert wurde noch in Krankenhäusern und Lazaretten mit Unterstützung des Harmonikaspielring Eglosheim, dessen Orchester ebenfalls von Herrn Allinger geleitet wurde.

Nach den schweren Zerstörungen durch die Luftangriffe im Juli 1944 musste die Vereinstätigkeit ganz eingestellt werden.

Schon bald nach Beendigung des Krieges nahm Herr Walter Schluchter die Spieler zusammen und hielt im Gasthaus „Hochhaus" die ersten Übungsstunden ab. Mit Schreiben vom 8.11.1945 erhielt er von der damaligen Militärregierung die Erlaubnis dazu. Zuerst musste jedoch von den Mitgliedern ein 131 Punkte umfassender Fragebogen ausgefüllt und geprüft werden. Nach der Mitgliederversammlung im April 1946 begann mit dem neuen Vorstand Herrn Hermann Bühler und dem Dirigenten Herrn Josef Allinger wieder eingeordnetes Vereinsleben. Die Übungsstunden fanden nun im „Happoldstift" statt..

Am 15.2.1947 wurde die endgültige Lizenz zum Weiterbestehen des Vereins vom Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart und der Militärregierung erteilt. Unter einem unglücklichen Stern stand das Festkonzert anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Vereins am 21.9.1947 im Singsaal der Jahnturnhalle, denn Herr Allinger legte kurz zuvor den Dirigentenstab nieder.

Herr Paul Kaufmann, der in jenen Tagen erst aus der Gefangenschaft zurückgekehrt war, übernahm in dieser schwierigen Situation die Leitung. Am 8. Mai 1948 wurde der Verein in das Vereinsregister eingetragen.

Nach der Ausbildung von Anfängern durch Orchestermitglieder konnte schon bald eine Jugendgruppe gebildet werden, der kurz danach eine zweite Gruppe folgte. Eine sogenannte ,,BS"-Gruppe unter der Leitung von Herrn Alfred Bauer schloss sich an, die wenig später Herr Max Kettnacker übernahm. Nach Umstimmen dieser Instrumente auf die allgemein übliche Stimmlage ,,CF", wurde diese Gruppe aufgelöst und ins 1. Orchester übernommen. 1949 wurde Herr Wilhelm Limbach zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die Vereinsführung behielt er, mit Unterbrechung 1957, bis einschließlich 1961. Im Jahre 1951 konnte Herr Eugen Schwarz als Dirigent für das 1. Orchester gewonnen werden, dessen Leistungsstand er immer mehr steigern konnte. Herr Kaufmann leistete mit der zweiten Gruppe und der Jugendgruppe wertvolle Aufbauarbeit. Die Übungsabende wurden jetzt in der Baracke des Leibniz-Gymnasiums abgehalten. 1953 nahm der Verein erstmals an einem Wertungsspiel beim Bezirkstreffen in Backnang teil.

image004
image005

1. Orchester 1949

Festumzug 1949

Trotz großer körperlicher Schmerzen führte Herr Schwarz das Orchester zu einem guten Erfolg; noch in derselben Stunde und an Ort und Stelle musste er ins Krankenhaus zur Operation.
Schon zwei Jahre später erreichte er mit demselben Orchester beim Unterbezirkstreffen in Feuerbach in der Mittelstufe einen ersten Preis. Diesen Erfolg vervollständigte Herr Heinz Eckert mit dem 2. Orchester in der Unterstufe mit ebenfalls einem ersten Preis.

image008

1951

1954 -1959

Nachdem Herr Kaufmann 1954 aus dem Verein ausgetreten war, hatten Herr Eckert das 2. Orchester und Herr Gerhard Mohr das Jugendorchester übernommen. Leider musste Herr Schwarz zu Beginn des Jahres 1956 sein Orchester aus beruflichen Gründen abgeben. Herr Eckert übernahm dann diese verantwortungsvolle Aufgabe und gleichzeitig die Jugendgruppe, während Herr Mohr das 2. Orchester dirigierte. Dieser errang schon am 1.7.1956 beim Bezirkstreffen in Plochingen in der Mittelstufe die Note „sehr gut" und wurde damit 1 b Sieger.

Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war der 25.5.1958. An diesem Tage beteiligte sich das 1. Orchester am Harmonikafestival der Europäischen Jugend in Straßburg. Erstmals nahm der Verein die Gelegenheit wahr, sich über den internationalen Leistungsstand der Harmonikamusik zu informieren. 200 Orchester und Spielgemeinschaften mit 4500 aktiven Spielern nahmen an dem musikalischen Wettstreit teil. Die „HFF'ler" beteiligten sich in der Volksmusikklasse, in der sich 29 Orchester um den Titel bewarben.
Ein wohlverdienter 8. Platz war der Lohn für die sehr gute Leistung unter der Leitung von Herrn Eckert.
.

image012
image010

1. Orchester 1955

III. Gruppe 1955

Über den musikalischen Wettstreit hinaus hatte dieses Treffen jedoch noch eine ganz besondere Bedeutung: Die Vermittlung von gegenseitigen Patenschaften.
Dabei hatte der Verein das Glück, mit dem „Handharmonikaclub Munot Schaffhausen" einen Paten zu bekommen, mit dem ihn bald eine herzliche Freundschaft verband.

image018

Coup Europa 1958

Nur wenige Wochen nach diesem bedeutsamen Ereignis trat das 1. Orchester bei eiem Wertungsspiel in Marbach erstmals in der Kategorie Oberstufe an und brachte auch hier einen guten bis sehr guten Erfolg.

image016

Marbach 1958

Am  9.5.1959 gastierte der Patenverein „Munot" Schaffhausen zum erstenmal in Feuerbach. In einem Gemeinschaftskonzert zeigten die beiden Vereine nicht nur ihr musikalisches Können, sondern demonstrierten auch ganz besonders die erst vor Jahresfrist begonnene Freundschaft

image020

Schweiz-Besuch 1959

1960 - 1962

Zwei Gruppen des Vereins beteiligten sich am „Tag der Harmonika" auf dem Stuttgarter Killesberg. Die intensive Arbeit mit den Orchestern brachte den Dirigenten einen großen Erfolg. Herr Eckert erzielte mit dem 1. Orchester in der Oberstufe die Note „ausgezeichnet" und Herr Mohr mit dem 2. Orchester in der Hauptstufe „sehr gut.

image014

Killesberg

Wenig später übernahm Herr Alfred Dörnhöfer, ein Berufsdirigent, die Leitung der beiden Spielgruppen. Die „Munotler" luden die „HFF'ler" zum ersten Gegenbesuch am 14. und 15.5.1960 zu sich ein. Auch in Schaffhausen fanden die Vorträge der Orchester starke Beachtung. Für den zweiten Tag organisierten die Schweizer Freunde eine Fahrt mit dem Schiff nach Stein am Rhein. Für alle Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis. Auch auf diese Weise angespornt, steigerten die Orchester ihre Leistungen weiter. Am 16.10.1960 spielte das 1. Orchester beim Bezirkstreffen in Backnang erstmals in der Kunststufe und erhielt sogar die Note „sehr gut". Um weitere internationale Erfahrung zu sammeln, beteiligte sich der Verein dann am 20./ 21.5.1961 beim Europäischen Harmonikafestival auf dem Killesberg.
Am 25.6. desselben Jahres folgte das 1. Orchester einer Einladung der Handharmonikafreunde Linkenheim zu deren 25-jährigem Jubiläum.

Der Klangkörper des Orchesters wurde durch die Anschaffung eines Orgaphons und zweier Bassinstrumente wesentlich verbessert. Längst schon hatte das früher zweistimmige Spiel mit eigener Bassbegleitung dem mehrstimmigen orchestermäßigen Spiel weichen müssen.

1963 - 1965

Der Beginn des Jahres 1963 brachte wieder einen Dirigentenwechsel. Nach nur vierjähriger Tätigkeit verließ Herr Dörnhöfer den Verein. Auf der einen Seite hatte er den Leistungsstand des 1. Orchesters weiter verbessert, auf der anderen jedoch die Ausbildung des Nachwuchses für den Verein vernachlässigt.

So gesehen trat Herr Heinz Eckert, der sich erfreulicherweise wieder zur Verfügung stellte, als Nachfolger ein sehr schwieriges Erbe an. Seine wichtigste Aufgabe sah er in der Förderung des Nachwuchses. Der Erfolg dieser, mit sehr viel Idealismus geleisteten Arbeit ist heute noch sichtbar. Unterstützt wurde er nun von Herrn Artur Ziegler, der das Jugendorchester übernahm.

1964 wurde eine Melodica-Gruppe gegründet. Mit einer Melodica können Kinder für das Selbstmusizieren interessiert werden.

Ausserdem konnte mit der Anschaffung eines Elektroniums ein weiterer Schritt zur Verbesserung des Klangkörpers getan werden. Inzwischen wurden dem Verein vom Schulverwaltungsamt der Stadt Stuttgart einige Räume im Obergeschoss des image026 Leibniz-Gymnasiums, später sogar unentgeltlich, zur Verfügung ge-
 stellt. Die kulturelle Bedeutung des Vereins wurde anerkannt, gestützt
 von der immer grösser werdenden Mitgliederzahl

 

 

 

 

 

        Orchester mit Melodicagruppe 1966

 

Während in den früheren Jahren vereinsinterne Kappenabende abgehalten wurden, wagte man sich 1965 zum erstenmal damit an die Öffentlichkeit. Bis heute wurden diese Faschingsveranstaltungen im Vereinsheim Feuerbacher Tal regelmäßig durchgeführt und waren beim Publikum als urgemütlich und lustig sehr geschätzt..

1966 -1969

Am 29. 5.1966 fand ein sehr stark beachtetes Gemeinschaftskonzert in der Festhalle statt. Die Chorvereinigung Feuerbach und die Harmonikafreunde Feuerbach zeigten der Bevölkerung, wie ortsansässige Vereine erfolgreich und harmonisch zusammenarbeiten können. Eine willkommene Ergänzung war die Mitwirkung des Handharmonikaclub „Munot" Schaffhausen. Immer mehr Freunde fanden an den traditionellen Weihnachtsfeiern des Vereins gefallen. Um die Besucher aufnehmen zu können, musste die Veranstaltung vom Vereinsheim in die Festhalle verlegt werden.

Ab 1967 übernahm Herr Siegfried Mössner als 1. Vorsitzender die Vereinsführung. Seit 1955 gehörte er schon dem Vorstand an und er brachte so die besten Voraussetzungen für seine bevorstehende Aufgabe mit. Durch unermüdlichen Fleiß und starkem Engagement für die Harmonikabewegung, insbesondere für die Jugend, brachte er den Verein zu hohem Ansehen im kulturellen Leben von Feuerbach. Im gleichen Jahr konnte Herr Hans-Peter Balz als  Dirigent für das Jugendorchester gewonnen werden.

Am 18.5.1968 konnte das 30-jährige Bestehen des Vereins mit einem Gemeinschaftskonzert gefeiert werden, zusammen mit der nun schon 10-jährigen Freundschaft mit dem Patenverein „Munot" Schaffhausen.

Abschied nehmen mussten die „HFF’ler“ am 12.9.1969 von ihrem Vereinslikal „Zum Kreuz", da es geschlossen wurde.
30 Jahre lang hatten Spieler und Freunde dort in manch fröhlicher Runde Erholung und Entspannung gefunden. Die Wirte Schmelzle, Wurm und Teufel, trugen sehr viel dazu bei.

Um die Interessen der jugendlichen Mitglieder und Spieler mit denen des Vorstands und den Aufgaben der Dirigenten abzustimmen, wurde am 19.11.1968 erstmals ein Elternabend abgehalten. Der rege Zuspruch zeigte - es waren immerhin gleich über hundert Anwesende - dass der Bedarf dazu vorhanden war. In fast regelmäßigen Abständen wurden diese Veranstaltungen wiederholt.

1947 - 1953

image028

Am 22.11.1969, nach der Eröffnung des Altenheims beim Pfostenwäldle, erfreute das 1. Orchester die älteren Leute mit einem Konzert. Auch diese Besuche wurden von den verschiedenen Spielgruppen regelmäßig wiederholt.

Wien – Chorvereinigung 1968

1970 - 1973

Herr Balz leitete ab1970 das Juniorenorchester.

Am 31.7.1970 traf den Verein ein schwerer Schicksalsschlag: Unser Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender Wilhelm Limbach verunglückte tödlich. Sein Wirken für den Verein wird unvergessen bleiben.

Das Jahr 1971 brachte drei bemerkenswerte Änderungen.

  • Die Hauptversammlung beschloss eine neue Satzung.
  • Die beiden Vorstände wechselten die Plätze.
  • Herr Walter Schluchter, seit 1965 zweiter Vorsitzender, übernahm die Vereinsführung als 1. Vorsitzender.

Herr Schluchter gelang es, das gute Ansehen des Vereins zu erhalten und weiter zu fördern. Dazu stellte er seine reiche Erfahrung und sehr viel Zeit zur Verfügung.

Mitte des Jahres schließlich verabschiedete sich Herr Heinz Eckert nach verdienstvoller Tätigkeit als Dirigent und übergab Herrn Walter Krebs die Verantwortung für Orchester und Ausbildung, die dieser auch heute noch trägt.

1972 wurden vom 1. Orchester Rundfunkaufhnahmen gemacht. Schon 1970 konnte man das “Septett” öfter im Radio hören.

image030

Septett

Die intensive Ausbildung der Jugendlichen brachte neue Mitglieder, so dass schon 1973 zwei Jugendorchester spielen konnten: Die Älteren unter der Leitung von Herrn Artur Ziegler und die jüngeren unter Herrn Wolfgang Haug.

1974 - 1977

Ein Höhepunkt im Vereinsjahr 1974 stellt die Weihnachtsfeier dar, die mit einem konzertanten und einem bewusst weihnachtlich gestalteten Programmteil die Besucher auf das nahende Fest einstimmt. Die Aufführung der Haydn'schen „Kindersinfonie" bleibt unvergesslich. Alles wurde einstudiert und aufgeführt von aktiven Mitgliedern.

Das Niveau der vier Orchester, war beachtlich gut. Dies veranlasste den Vorstand, wieder ein Orchester zu den Weltfestspielen vom 20. - 22.6.1975 in Luzern teilnehmen zu lassen. Dabei erreichte das erste Orchester mit seiner Interpretation der „Schweizer Rapsodie“ das Prädikat „ausgezeichnet.

Im Jahre 1975 beging der heimische Stadtbezirk ein großes Jubiläum: die 900-Jahrfeier Feuerbachs. Natürlich waren auch die ortsansässigen kulturtreibenden Vereine aufgerufen, ihren Beitrag zu diesem einzigartigen Jubiläum zu leisten. So beteiligte sich das Juniorenorchester der Harmonikafreunde beim Altennachmittag am 20.9.1975 im Festzelt, das 1. Orchester bei der „Bunten Palette" am 11.10.1975 in der Festhalle und ein neu gebildetes Konzertensemble beim „Feuerbacher Abend"
am 18.10.1975.

Kindersinfonie

Kindersinfonie Weihnachten. 1974

image032

1975

Dazu wurde von Herrn Samuel Benke der „Feuerbacher Jubiläumsmarsch" komponiert, welcher bei der Uraufführung begeistert aufgenommen wurde

Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ das Gemeinschaftskonzert der Chorvereinigung Feuerbach und der Harmonikafreunde Feuerbach am 30.10.1976 in der Festhalle.
Neben den großartigen Leistungen der drei Chöre konnten auch das Juniorenorchester, Dirigent Hans-Peter Balz und das 1. Orchester, Dirigent Walter Krebs dem vollbesetzten Hause imponieren.
.

1978 - 1987

Am 20.5.1978 beteiligte sich das 1. Orchester musikalisch an der Hirschbrunneneinweihung in der Klagenfurter Straße in Feuerbach.

Gleich am darauffolgenden Tag mußten sich dieselben Spieler und ihr Dirigent Walter Krebs einer Herausforderung stellen, die in ihrer Art bis heute einmalig in der Vereinsgeschichte blieb: Der Süddeutsche Rundfunk hatte das Orchester zur Mitwirkung in seiner Live-Sendung „Hafenkonzert" eingeladen. Mit äußerster Konzentration und Disziplin lösten die Aktiven diese nicht gerade leichte Aufgabe bravourös.

Auch der Nachwuchs war aktiv. Das Juniorenorchester unter Hans-Peter Balz beteiligte sich in Heidelberg an einem Wertungsspiel und das Jugendorchester unter Arthur Ziegler stellte sich in Pliezhausen den Wertungsrichtern. Beide Spielgruppen erzielten dabei eine sehr gute Bewertung.

Zum Jahresende 1978 luden die Harmonikafreunde und die Chorvereinigung Feuerbach zu einem „Operettenbummel" mit weltbekannten Melodien ein. In der vollbesetzten Festhalle war diese Gemeinschaftsveranstaltung ein großer Erfolg.

Die Hauptversammlung des Jahres 1979 bescherte dem Verein zwei neue Vorstände. Peter Utri übernahm von Walter Schluchter den 1. Vorsitz und Gundolf Rau stellte sich "|als Nachfolger von Siegfried Mössner für das Amt des v. Vorsitzenden zur Verfügung. Zwölf Jahre lang hatten die scheidenden Vorstände gemeinsam den Verein erfolgreich geführt und geprägt. Für Verdienste um den Verein wurde Walter Schluchter im Jahr darauf zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Am 8. 7.1979 wurde im Stadtbezirk Feuerbach ein großes Kinderfest unter Mitwirkung der örtlichen Schulen und Vereine durchgeführt. Die Harmonikafreunde waren dabei durch beide Jugendorchester vertreten.

Im darauffolgenden Jahr trat das 1. Orchester nach einer dreijährigen Pause wieder bei einem Wertungsspiel an. In Villingen-Schwenningen erspielte es sich am 28./29.6.1980 in der Oberstufe die Note ausgezeichnet und erreichte einen guten 4. Platz.

VillingenSchwenningen_1980

Villingen Schwenningen 1980

Im Herbst 1980 wurde das „Seniorenorchester" ins Leben gerufen, die musikalische Leitung übernahm Heinz Eckert.

Bald darauf gaben sich die Spieler den Namen „Volksmusikgruppe", womit gleichzeitig die musikalische Richtung dieses neuen Orchesters dokumentiert wurde.

Zu Beginn des Jahres 1981 zog sich Arthur Ziegler aus der Jugendarbeit des Vereins zurück. 18 Jahre lang hatte er mit viel Engagement und Idealismus Mädchen und Jungen für die Akkordeonmusik begeistert. Den Dirigentenstab des Jugendorchesters übergab er an Harald Weidle.

Nur wenige Jahre nach dem 40jährigen Bestehen des Vereins konnten einige Mitglieder ein in der Vereinsgeschichte einmaliges Ereignis feiern: die 40jährige Mitgliedschaft von Karl Bez, Siegfried Hessenthaler, Gerhard Mohr und Walter Schluchter bei den Harmonikafreunden.

In der Hauptversammlung von 1982 legte Gundolf Rau aus beruflichen Gründen den 2. Vorsitz nieder, den er erst 3 Jahre zuvor übernommen hatte. In dieser Situation erklärte sich Günter Petschi bereit, an seiner Stelle die Verantwor-tung in der Vereinsführung gemeinsam mit Peter Utri zu übernehmen.

Am 28.3.1982 veranstalteten musiktreibende Vereine und die beiden Gymnasien Feuerbachs aus Anlaß der Wiedereinweihung der renovierten Festhalle ein Jugendkonzert. Das Juniorenorchester, beide Jugendorchester sowie eine Spielgruppe nahmen für die Harmonikafreunde daran teil und präsentierten dem Publikum die Erfolge einer jahrelangen unermüdlichen Jugendarbeit.

Beim Bezirkstreffen in Ditzingen am 16. 5. 1982 stellten sich wiederum zwei Orchester des Vereins den Juroren. In der Hauptstufe erreichte Hans-Peter Balz mit seinem Juniorenorchester einen guten 2. Platz, ebenso wie das 1. Orchester, das in der Kunststufe das Prädikat hervorragend bekam. Ganz knapp nur war dem Orchester der Titel eines Bezirksmeisters entgangen.

Der Herbst des Jahres 1982 bescherte der Feuerbacher Bevölkerung zwei besondere musikalische Leckerbissen. Anläßlich der 75jährigen Stadterhebung Feuerbachs fand am 18.9.1982 in der Festhalle ein „Feuerbacher Abend" mit den musiktreibenden Vereinen statt. Am 23.10.1982 luden die Chorvereinigung und die Harmonikafreunde zu einem gemeinsamen Konzert ein. Unter dem Motto „Ein bunter Melodienstrauß" fand diese gelungene Veranstaltung in der Öffentlichkeit große Beachtung.

Gemeinschaftskonzert_1982

Gemeinschaftskonzert HFF-Chorvereinigung Feuerbach 1982

Nachdem das 1. Orchester schon seit Bestehen des Feuerbacher Weihnachtsmarkts bei der musikalischen Umrahmung mitgewirkt hatte, beteiligte sich der Verein 1983 erstmals auch mit einem eigenen kleinen Stand. Unter anderem waren auch Basteleien der Vereinsjugend zum Verkauf angeboten, die bei den Marktbesuchern viel Beachtung fanden.

Zu Beginn des Jahres 1984 erlebte der Verein Verändungen sowohl in der Struktur der Orchester als auch in der Vereinsführung. Hans-Peter Balz übergab nach 18jähriger Dirigententätigkeit die Leitung des Juniorenorchesters an Wolfgang Haug, der bislang eines der beiden Jugendorchester geleitet hatte. In dieser langen Zeit hat es Hans-Peter Balz meisterlich verstanden, die heranreifenden Spieler an anspruchsvolle Musikstücke heranzuführen und so auf ihren Einsatz im 1. Orchester vorzubereiten. Wie bei vielen anderen Vereinen, so war auch bei den Harmonikafreunden seit Ende der 70er Jahre eine rückläufige Zahl bei den Neuanfängern zu beobachten. Daher entschlossen sich die Verantwortlichen, den Jugendbereich neu zu ordnen. Zukünfig sollte es nur noch ein Jugendorchester geben, das dann von Harald Weidle geleitet wurde.

HFF_Sommerfest

HFF Sommerfest

Am 20.1.1984 erfolgte in der Hauptversammlung eine Neuwahl des Vorstands, da sämtliche Mitglieder des bisherigen Vorstands nicht mehr kandidierten. In dieser schwierigen Situation erklärten sich Harald Weidle und Friedrich Wolf bereit, den 1. bzw. 2. Vorsitz zu übernehmen. Beide hatten zuvor schon als Ausschußmitglieder Erfahrung in der Führung des Vereins sammeln können. Als Kassier wählten die Mitglieder Thomas Petschi, während das Amt des Schriftführers nun von Wolfgang Haug eingenommen wurde. Mit dieser Wahl wurde der sich schon seit

einiger Zeit abzeichnende Generationswechsel in der Vereinsführung vollzogen.

Im Herbst des Jahres 1984 beging der Musikverein Stadtorchester Feuerbach sein 85jähriges Jubiläum in großem Rahmen. Auch ein Umzug durch Feuerbach gehörte zum Festprogramm und natürlich waren unter der Vielzahl der teilnehmenden Vereine auch die Harmonikafreunde zu finden. Mit einer Pferdekutsche, einem bunt geschmückten Festwagen, auf dem das 1. Orchester musizierte, und vielen Jugendlichen reihte sich der Verein repräsentativ in den Festzug ein.

Festwagenumzug_1984

Festwagen beim Umzug 1984

.An eine alte Tradition erinnerte man sich zur Faschingszeit 1985. Nachdem jahrelang nur im Kreise der Mitglieder Kappenabende veranstaltet wurden, ging der Verein nun wieder in die Öffentlichkeit und lud die Feuerbacher Bevölkerung zu einem Faschingsball in die Festhalle ein.

Eine erfreuliche Nachricht konnte der 1. Vorsitzende Harald Weidle den Mitgliedern in der Hauptversammlung 1985 überbringen: Nach einer erfolgten Satzungsänderung war dem Verein von den Behörden der Status der Gemeinnützigkeit zuerkannt worden.

Im selben Jahr belebte sich auch wieder die Verbindung zwischen den Harmonikafreunden und dem Handharmonikaklub Munot Schaffhausen. Nach einer längeren Pause gelang es den beiden Vorständen, am
21. 6.1985 anläßlich des HFF-Familienabends, Orchester beider Vereine wieder zu einem gemeinsamen Musizieren zusammenzuführen. Der sich am folgenden Tag bei strahlendem Sonnenschein anschließende Ausflug zum Bärenschlössle wird den Beteiligten sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Ein musikalisches Glanzlicht setzte der Verein bei seinem Akkordeonkonzert am 20.10.1985 in der ausverkauften Festhalle. Vor einem begeisterten Publikum zogen das 1. Orchester und 4 Solisten sämtliche Register ihres Könnens und demonstrierten dabei eindrucksvoll, daß sich das Akkordeon im Laufe der Zeit vom Volksmusikinstrument zum Konzertinstrument weiterentwickelt hat.

In der Hauptversammlung am 22.1.1986 übergab der 2. Vorsitzende Friedrich Wolf sein Amt an

Arthur Ziegler, der sich schon seit mehr als 20 Jahren in der Vereinsführung engagiert hatte und nun seine reiche Erfahrung zur Verfügung stellte.

Drei außergewöhnliche musikalische Ereignisse kennzeichneten die Höhepunkte des Jahres 1986. Am 7./8. Juni 1986 erspielte sich Rolf Eberhard mit dem Akkordeon-Solo „La Campanella" bei den Bezirksmeisterschaften in Markgrö-ningen den Titel des Bezirksmeisters im DHV-Bezirk Stuttgart-Ludwigsburg. Ein schöner Erfolg für den begabten jungen Spieler.

Wie bereits zum 40jährigen Bestehen, so soll auch zum 50jährigen Vereinsjubiläum eine Langspielplatte veröffentlicht werden. Aus diesem Grund begab sich das 1. Orche-ster im Oktober und November an mehreren Wochenen-den in ein Tonstudio, um einige Stücke aus seinem Repertoire einzuspielen. Es entstand eine technisch und musikalisch hervorragende Aufnahme. Diese wirklich empfehlenswerte Schallplatte soll einerseits den Freunden der Akkordeonmusik Gelegenheit zur Muse geben, andererseits aber auch das im Jubiläumsjahr vorhandene musikalische Niveau des Orchesters dokumentieren.

Kappenabend_1985

Kappenabend 1985

Orchesterbilder zum 50. jährigen Vereinsjubiläum - 1987

1_Orchester_1987

l. Orchester, Leitung Walter Krebs

Juniorenorchester_1987

Juniorenorchester, Leitung Harald Weidle

Jugendorchester Leitung Ralf Schmid

Jugendorchester_1987
Volksmusikgruppe_1987

Volksmusikgruppe, Leitung Heinz Eckert

Ein gelungener Abschluß des vergangenen Jahres bildete die traditionelle Weihnachtsfeier. Ein dankbares Publikum erfreute sich an den Darbietungen der Orchester, vor allem jedoch begeisterte ein von Chorvereinigung und Harmoni-kafreunde gemeinsam gesungenes und gespieltes weihnachtliches Krippenspiel.

Schallplattenlogo_1987

Zwischenzeitlich hatte sich das l. Orchester ein vielseitiges Repertoire angeeignet, das es erlaubte, außerhalb der vereinseigenen Veranstaltungen Gastspiele zu geben und für jeden Anlaß das richtige Programm anbieten zu können - wie zum Beispiel auf der Landesgartenschau in Bietigheim 1989 , auf der Freilichtbühne des Killesbergs anläßlich der IGA 1993, bei einer Matinee in Rommelshausen oder im Hegelsaal der Liederhalle bei einer Veranstaltung der Stadt Stuttgart.

Höhepunkt des Jahres 1997 war eindeutig die Aufnahme der CD „Music“ im Tonstudio Bauer in Ludwigsburg. Walter Krebs konnte bereits 1996 sein 25jähriges Dirigentenjubiläum bei den Harmonikafreunden Feuerbach sowie sein 30jähriges Jubiläum als Dirigent im Deutschen Harmonka-Verband begehen. Auf seinen eigenen Wunsch hin fand ihm zu Ehren kein Konzert statt, sondern sein Dirigentenjubiläum wurde mit dem 60jährigen Jubiläumskonzert des Vereins gemeinsam gefeiert. Dadurch konnte sich das 1. Orchester voll und ganz auf die CD-Aufnahme konzentrieren.

1988 - 1997

CD_Music

Veranstaltungstermine im Jubiläumsjahr 1997

08.02.

Kappenabend

Kegelzentrum

09./11.02.

IGFF-Kinderfasching

Festhalle Feuerbach

27.02.

Hauptversammlung

Kegelzentrum

23.03.

Schüler-Matinee

Werner-Haas-Musiksaal

26.04.

Jubiläumskonzert

Festhalle Feuerach

01.05.

Maiwanderung im Schönbuch

Treffpunkt 8.30 Uhr Bhf. Feuerbach

08.05.

Vatertagswanderung

Treffpunkt 8.45 Uhr Bhf. Feuerbach

19.05.

Waldfest im Wiesengrund

 

28./29.06.

Jugendausflug

 

24.08.

Mitwirkung beim Frühschoppen

Kelterfest, Kelter Feuerbach

03.-05.10.

Orchester- und Helfer-ausflug in die Rhön

 

08.11.

Gemeinschaftskonzert mit Chorvereinigung

Festhalle Feuerbach

21.12.

Weihnachtsfeier

Festhalle Feuerbach

Die weitere Vereinsgeschichte ist in Bearbeitung

Mitglied im Deutschen Harmonikaverband

Gegründet 1937

Aktualisiert 04.09.2017

HARMONIKAFREUNDE FEUERBACH e.V.

Aufkleber 80 Jahre