Aktualisiert 06.02.2018

HARMONIKAFREUNDE FEUERBACH e.V.

Mitglied im Deutschen Harmonikaverband

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Gegründet 1937

Jubiläumskonzert 80 Jahre Harmonikafreunde Feuerbach

Ein Harmonikaverein, der 80-jähriges Bestehen feiern kann, das gibt’s nicht alle Tage! Im November
luden die Harmonikafreunde Feuerbach e.V. die Bevölkerung ein, dieses Ereignis mit ihnen gemeinsam
in einem Jubiläumskonzert zu feiern. Die Musikanten hatten dafür ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, welches am Sonntagabend den Anwesenden in der gut besuchten Festhalle präsentiert
wurde.

Als sich der Bühnenvorhang öffnete, hatte das 1.Orchester dort bereits seinen Platz eingenommen. In einer kurzen Festansprache begrüßte der 1. Vorsitzende Reiner Hofsäß die Anwesenden. Nicht ohne Stolz erwähnte er dabei die Anwesenheit des Präsidenten des Deutschen Harmonikaverbands und MdL Herrn Jochen Haußmann, der trotz vollem Terminkalender einer persönlichen Einladung des Dirigenten Walter Krebs gefolgt war. Es folgte ein besonderer Gruß an die Bezirksvorsteherin von Feuerbach, Frau Andrea Klöber, verbunden mit einem Dankeschön an den Bezirksbeirat, der dieser Veranstaltung finanzielle Unterstützung gewährte. Danach ließ der Vorsitzende dann die Highlights aus 80 Jahren Vereinsgeschichte Revue passieren. Den musikalischen Ablauf eröffnete das 1.Orchester unter der Leitung von Walter Krebs mit „Heimatbilder“ auf hohem konzertantem Niveau und erntete dafür den anerkennenden Applaus des Publikums. Als nächstes luden die Musikanten die Zuhörer bei einem Medley der schönsten Melodien von James Last zum Mitsummen ein. Wie es sich für ein Jubiläum gehört, durfte auch ein Rückblick auf die musikalischen Stilrichtungen der Akkordeonmusik in den vergangenen Jahrzehnten nicht fehlen. Und so hatte sich die Volksmusikgruppe an Musikstücken aus den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bedient: Das Volksliederpotpourri „Allerhand aus Schwabenland“ und „Schwabemädel“ ließen keine Zweifel über die musikalischen Ursprünge der zur damaligen Zeit üblichen Akkordeonliteratur aufkommen. Das darauf folgende Akkordeonensemble der HFF setzte zunächst mit den „volkstümlichen Unterhaltungsstücken“ des genialen Komponisten der Akkordeonmusik der 50er und 60er Jahre , Rudolf Würthner, diesen heimatverbundenen Stil fort, während sich der „Tanz der Gassenjungen“ schon deutlich virtuoser präsentierte. Mit diesen beiden Stücken erinnerte das Ensemble an das HFF-Septett aus den „goldenen“ 60er und 70ern, das zu dieser Zeit öfters beim Süddeutschen Rundfunk zu Gast war und unter anderem auch diese Stücke im Repertoire hatte. Mit den letzten beiden Titeln kehrten die fünf Musiker dann wieder in die musikalische Jetzt-Zeit zurück. Das aus dem Jazz entlehnte „Spain“ von Chick Corea und „Rocking affair“, bekannt aus der SWR1-Hitparade, sorgten im Publikum für große Begeisterung. Dann war Pause und die Besucher nahmen das Angebot gerne an, sich bei netten Gesprächen zu unterhalten und mit einem kleinen Imbiss und Getränken für den zweiten Programmteil zu stärken.

Dieser begann mit überraschenden Klängen: auf der Bühne präsentierte sich das Mundharmonikaorchester Rommelshausen, genannt „Silver Harps“, die silbernen Mundharmonikas. Wobei mit „silber“ nicht die glänzenden und blitzblanken Instrumente gemeint waren sondern der Name eher eine Anspielung war auf das fortgeschrittene Alter der rund 20 Mundharmonikaspieler. Mit launigen Worten moderierte deren musikalischer Leiter Walter Krebs den Auftritt und so erfuhr das staunende Publikum, daß vor einigen Jahren ein Angebot des Akkordeonorchesters Rommelshausen, älteren Menschen die Möglichkeit zu geben das Instrument Mundharmonika zu erlernen, so große Resonanz fand, daß daraus die „Silver Harps“ entstanden waren. Mit bekannten Melodien und alten Schlagern nahmen die Senioren das Publikum schwung- und stimmungsvoll mit in die zweite Konzerthälfte und wurden dafür mit kräftigem Beifall belohnt. Zum Abschluß des Abends durfte sich der Dirigent der HFF, Walter Krebs; einen langgehegten Herzenswunsch erfüllen. Er hatte die Spieler und Spielerinnen der von ihm geleiteten Orchester Handharmonikaclub Bad-Cannstatt, Spielgruppe Mühlhausen, 1.Orchester und Volksmusikgruppe der Harmonikafreunde Feuerbach sowie Gäste von den Harmonikafreunden Botnang und den Harmonikafreunden Murr in einem „Projektorchester“ um sich versammelt. Nahezu 50 Akkordeonspieler saßen da, ergänzt durch Pauken, Schlagzeug und Keyboard. So rappelvoll war die Bühne in der ehrwürdigen Festhalle schon lange nicht mehr. In nur drei gemeinsamen Proben waren die Vortragsstücke einstudiert worden. Rossinis „Ouverture Regina“ wußte mit klanglicher Wucht aus 50 Akkordeons zu überzeugen, während das Medley „Hänsel und Gretel“ mit Melodien aus der gleichnamigen Märchenoper von Humperdinck bewies, daß sich auch mit einem großen Klangkörper musikalisch filigrane Passagen exakt darstellen lassen. Zu guter Letzt griffen die Musiker nochmal kräftig in die Tasten und sorgten mit der Polka „Böhmischer Traum“ für ausgelassene Stimmung im Saal. Mit überschwenglichem Beifall für diesen gelungenen Abend verdiente sich das Publikum noch eine Zugabe und dankte für die große musikalische Leistung der Aktiven, ganz besonders dem Dirigenten Walter Krebs.